TRÄXX – Rezension von Franky Bayer (Knobelritter)

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Träxx

 

 

Ich weiß nicht, woher das stammt, aber das Doppel-X scheint momentan recht „in“ zu sein. Laut Duden gehört ja das „X“ nicht zu den Konsonanten, die in der deutschen Sprache verdoppelt werden können (b, d, f, g, l, m, n, p, r, s und t). In Spieltiteln kommt dies aber immer wieder vor, sogar prämierte Spiele sind betroffen, wie „Qwixx“ oder „Abluxxen“. So betrachtet also recht gute Voraussetzungen für „Träxx“.

 

Von den Spielregeln her ist „Träxx“ genauso schnell erklärt wie die beiden erwähnten Spiele. Der Einstieg ist vielleicht sogar noch ein bisschen einfacher. Jeder Spieler erhält eine eigene laminierte Tafel, auf der fast 60 Sechseckfelder in sechs verschiedenen Farben kunterbunt angeordnet sind. Zusätzlich bekommt jeder einen abwischbaren Stift (non-permanent). Bis auf 15 Karten, die anfangs gründlich verdeckt gemischt werden, ist das dann auch schon alles, sowohl was das Spielmaterial als auch an Spielvorbereitung anbelangt.

 

Der Spielablauf ist ebenfalls recht simpel. Pro Spielzug wird die oberste Karte des Kartenstapels aufgedeckt. Jede Karte zeigt 4 bis 5 Felder, wobei nur auf den sechs Karten mit je 5 Feldern je eine Farbe doppelt vertreten ist. Alle Spieler können nun die abgebildeten Farbfelder auf ihrer Tafel zur Erweiterung ihrer Strecke nutzen, und zwar beliebig viele davon (auch nur eins oder gar keins) und in beliebiger Reihenfolge, indem sie mit dem Stift durchgehende Linien von Sechseckfeld zu Sechseckfeld ziehen. Das Streckennetz darf dabei in jeder Runde grundsätzlich nur an einem (beliebigen) der beiden vorhandenen Enden verlängert werden.

 

Zehn der Felder weisen Zahlen auf, nämlich von 1 bis 10, gleichmäßig über die ganze Tafel verteilt. Wenn ein Spieler ein Zahlenfeld mit seiner Strecke erreicht, sagt er dies laut und deutlich an. Ist er der erste Spieler, der diese Zahl erreicht, darf er sich auf seiner Wertungsleiste die volle Punktezahl notieren. Wurde hingegen die entsprechende Zahl bereits in einer vorherigen Runde von einem anderen Spieler notiert, gibt es nur mehr die halbe Punktezahl (eventuell aufgerundet) dafür.

 

Das Spiel endet, sobald alle 15 Karten aufgedeckt und ausgeführt wurden. jeder Spieler addiert nun alle Pluspunkte, die er im Spielverlauf in seiner Wertungsleiste notiert hat. Für jedes Feld, das ein Spieler auf seiner Tafel mit seiner Strecke nicht erreicht hat, zieht er einen Minuspunkt ab. Der Spieler mit dem besten Punktergebnis gewinnt das Spiel.

 

„Träxx“ könnte man – nicht nur wegen seines Titels (engl. „tracks“ bedeutet Gleise) – als eine Art Eisenbahnspiel bezeichnen, wenn auch als ein sehr abstrahiertes, minimalistisches. Mit etwas Phantasie könnte man in den unterschiedlichen Farben verschiedene Geländearten erkennen, und in den Zahlenfeldern Bahnhöfe, die es anzuschließen gilt.

 

Jeder Spieler baut dabei nur eine durchgehende Strecke, ohne Weichen, ohne Abzweigungen, ohne Nebenstrecken, etc. Gerade dies sorgt für knifflige Entscheidungen, muss man doch höllisch aufpassen, seine Linie nicht in Sackgassen zu führen, was die Optionen für die weiteren Spielzüge drastisch reduziert.

 

Das zufällige Aufdecken der Karten bringt naturgemäß einen beträchtlichen Glücksfaktor sich. Trotzdem kann man dem mit Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeiten und einem guten Gedächtnis, was noch an Karten verfügbar ist, entgegenwirken. Und wenn das nichts hilft, dann zockt und spekuliert man halt ein bisschen. Ein gelungener Kniff ist das Wettrennen um die Zahlenfelder, der für mehr Interaktion in den ansonsten eher solitären Spielablauf bringt. „Träxx“ ist daher nicht so banal, wie es auf den ersten Blick erscheint, bleibt aber trotzdem ein lockeres Spielchen, das die grauen Zellen nicht übermäßig beansprucht.

 

Das Spielmaterial funktioniert bestens, was man nicht von jedem Spiel behaupten kann, welches auf non-permanente Stifte und abwischbare Pläne baut. Dass man bewusst auf eine thematische Einkleidung verzichtet und alles in neutralen Formen und Farben gestaltet hat, passt sehr gut zur Verlagslinie, welche sich mit „Qwixx“ und neuerdings mit „The Game“ eher dem abstrakten Spiel verbunden sieht.

 

Genau wie diese beiden Spiele bedarf auch „Träxx“ nur wenigen Worten Erklärung. Mit einer Spieldauer von selten mehr als 15 Minuten bleibt es selten nur bei einer einzigen Partie, Revanchepartien sind hier die Regeln, und nicht die Ausnahme. So gesehen ist „Träxx“ ein ideales Spiel, um sich für einen längeren Spieleabend aufzuwärmen oder ihn gemütlich ausklingen zu lassen. Aber auch für ein schnelles Spiel zwischendurch oder um selbst Spielemuffel zu konvertieren, kann man „Träxx“ uneingeschränkt empfehlen.

 

 

Franky Bayer

 

 

Bewertung:               4         Schilde

Zielgruppe:                Gelegenheitsspieler             ++

 

 

 

Info-Box:

Titel:                           Träxx

Spieleautoren:         Steffen Benndorf

& Reinhard Staupe

Verlag:                       NSV

Jahrgang:                  2015

Spielerzahl:               1 bis 4 Spieler

Alter:                          ab 8 Jahren

Dauer:                        ca. 15 Minuten

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